Feld- und Waldbahn Riedlhütte e.V.

 94566 Riedlhütte  -  Bayerischer Wald

                       

Museales Konzept und Funktion der Gleisanlage


Unser Verein hat sich die Aufgabe gestellt eine Feldbahnanlage in einfacher Form im Stiele der 40er - 60er Jahre aufzubauen und zu betreiben. Wir wollen damit auch die Arbeitswelt dieser Zeit dokumentieren und erhalten, nach dem die Transportaufgaben von Feldbahnen fast überall durch LKWs übernommen wurden und die Feldbahnen weitestgehend verschwunden sind. Der Personentransport erfolgt deshalb nur mit feldbahntypischen Fahrzeugen, da auf Feldbahnen öffentlicher Personenverkehr nicht stattfand. Dieser erfolgte nur innerbetrieblich mit einfachen Fahrzeugen. Dadurch wird der Gesamteindruck erhalten und keine schmalspurige Kleinbahn vorgetäuscht Kleinbahnen sind normale Eisenbahnen, Feldbahnen jedoch sind in diesem Sine jedoch keine Eisenbahnen, sondern Transportwerkzeuge wie z, B. Schubkarren, Handwagen oder Fuhrwerke. Sie wurden von den Berufsgenossenschaften auch so behandelt, da sie dem innerbetrieblichen Transport dienten. Sie verkehrten immer in einen in sich abgeschlossenem Bereich. Feldbahnen beförderten Personen nur für den innerbetrieblichen Bedarf. Dieses gilt auch für die Grubenbahnen,  diese unterschieden sich vorallem durch Losräder, Kuppelungen und geringere Breite. Die Heeresfeldbahnen - vor allem des zweiten  Weltkrieges - entsprechen dem nicht mehr ganz. Der Wunsch nach immer größeren Transportlasten ließ sie immer mehr zu Kleinbahnen werden. Das führte nach den Kriegen dazu das auf Feldbahnen auch diese Fahrzeuge auftauchten und die früher sehr klare Trennung zwischen Feldbahn und Eisenbahn verwässert wurde, Unser Verein hat sich zur Aufgabe gemacht dir ursprüngliche Feldbahn zu erhalten und Besuchern zugänglich zu machen.


Unser festes Gleisnetz wurde so aufgebaut, wie es bei einem kleineren Feldbahnbetrieb der Fall gewesen wäre, der Materialien  von einer entfernten schlecht zugänglichen Gewinnungsstätte (Wald, Grube, Torfstich) über einen Zwischenlagerplatz zu einer Verladestelle zu transportiert hatte. Hierbei würde es sich um unbearbeitete oder gering bearbeitete Grundstoffe, wie Holz, Baumstämme oder Schüttgüter wie Sand, Lehm, Schotter, Steine oder ähnliche Stoffe handeln. Der Zwischenlagerplatz ist auch gleichzeitig der zentrale Mittelpunkt des Feldbahnbetriebes. An diesem Mittelpunkt befindet sich auch die witterungsgeschützte Unterstellmöglichkeit für die Lokomotiven, die restlichen Fahrzeuge stehen feldbahnüblich bis auf Ausnahmen im Freien. Im Schuppen existiert eine kleine Werkstatt, ein Magazin, ein Aufenthaltsraum fürs Personal (Pausenraum) und in unserem Fall ein Museumsraum, dort wäre sonst die Betriebsleitung und Frachtabwicklung. Solch ein eigenständiger Standort des Betriebszentrums der Bahn wäre entstanden, wenn mehrere Abnehmer für die weitere Verarbeitung der angelieferten Stoffe existierten und die Bahn nicht nur  einen einzigen Betrieb zu beliefern hätte.


Die Umsetzung dieser Gedanken auf unsere Anlage sehen folgendermaßen aus. Hinter dem östlichen Bahnhof Krummwiese wäre der Anschluss an das Abbaugebiet, z.B. für Holz, Granit, Quarzsand, Lehm, Graphit oder Torf. Eventuell wäre ihm sogar ein Betrieb der Teilprodukte vorfertigt vorgelagert. Dort wäre dann ein Sägewerk, eine Köhlerei, ein Torfwerk, ein Brecherwerk oder eine Siebanlage denkbar. Von dort würden eventuell deren vorgefertigte Produkte wie Bauholz, Schnitthölzer, Brennholz, gesiebte Kiese, Sande oder Mineralien zum Lagerplatz oder direkt zur Verladung oder eventuell sogar weiter in eine Fabrik transportiert. Diese würde sich dann weiter westlich hinter der Verladestelle am Bhf. Ohebrücke befinden. Tatsächlich befindet sich dort eine Fabrik. Es ist eine Glashütte, es könnte im Gedankenspiel aber auch eine Ziegelei, ein Betonwerk, eine Papierfabrik, ein Pressspanwerk, eine Möbelfabrik oder auch nur ein Kesselhaus sein, das mit Holz oder Torf geheizt wird. An unserem Bhf. Ohebrücke wäre auch ohne weiteres eine Verladung denkbar, denn dort befindet sich eine Kreisstrasse. Das Wohngebiet oberhalb wurde ohne störenden LKW-Verkehr bleiben. Auf der Anlage ließen sich problemlos 135000 m³ Kies pro Jahr transportieren.


Östlich hinter unserem Bhf. Krummwiese befinden sich tatsächlich Wälder, ein Moor, aber auch der Abbau von Granit, Sand oder anderen Erden ist denkbar. Es befindet sich dort auch in der Realität ein Sägewerk und eine kleine Glashütte und weiter östlich existiert sogar ein Goldwaschplatz, auch eine Köhlerei wäre denkbar. Alle angesprochenen Stoffe Holz, Graphit, Braunkohle, Torf, Granit, Sand, Lehm Quarz und Pottasche wurden hier im Bayerischen Wald, teilweise in allernächster Nähe gewonnen und auch mit Feldbahnen abtransportiert. Diese Anlagen hatten teilweise sehr große Gleisnetze. Der Ort Riedlhütte selbst lag sogar ein einem Seitenarm der größten deutschen Waldbahn in der Spurweite von 600 mm, der Spiegelauer Waldbahn mit über 100 km Streckennetz.


Unsere feste Gleisanlage entspricht in ihrem Aufbau diesem zuvor geschildertem Szenario. An dieser Stelle befand sich zu vor keine Feldbahn, aber ihre örtlichen Lage entspricht der geschilderten Situation.


Im transportablen Feldbahnbetriebsteil ist der Verein wie ein kleiner Tiefbaubetrieb der 50er bis Anfang der 60er Jahre mit einem Seilbagger, einem Radlader, und imangels eines LKWs nur mit einem Traktor mit Anhänger ausgerüstet. Mehre 100m lose Gleise sind vorhanden und können verladen, transportiert und am Einsatzort verlegt werden. Die eigentliche Transportleitung bei Erdbewegungen würde dann die örtlich aufgebaute Feldbahn erbringen. Diese könnte per Hand oder mit einer kleinen Lok erfolgen. Für vom Hauptgleis abzweigende Kipp- oder Ladegleise sind mehre Aufsatzdrehscheiben (Frösche) vorhanden. Auch ein Mörtelkipper und eine kleine Betonbombe für den Seilbagger steht zur Verfügung.